Warum geraten Handwerksbetriebe in Liquiditätsprobleme?
Liquiditätsprobleme entstehen im Handwerk fast immer durch denselben Mechanismus: Der Betrieb leistet zuerst – kauft Material, setzt Mitarbeiter ein, fährt zur Baustelle – und bekommt das Geld erst Wochen oder Monate später. Wächst dieses Vorfinanzierungsvolumen über das erträgliche Maß hinaus, entsteht ein Liquiditätsengpass, auch wenn der Betrieb eigentlich profitabel arbeitet.
Klaus M., Inhaber eines Malerbetriebs mit acht Mitarbeitern aus Bayern, kennt das gut: „Wir hatten drei Großaufträge gleichzeitig laufen, alle mit 30-Tage-Zahlungsziel. Das Konto war leer, obwohl die Auftragslage top war. Ich musste den Kontokorrent aufstocken – nur weil die Kunden zu langsam zahlten.“
Das ist kein Einzelfall. Laut der Creditreform-Studie „Wirtschaftslage und Finanzierung im Handwerk 2025/26″ verzeichneten 25,5 % der Betriebe Umsatzrückgänge, und die Insolvenzfälle im Handwerk stiegen 2025 um 13,3 % auf 4.950 Fälle – der höchste Stand seit über zehn Jahren. Gleichzeitig berichten viele Betriebe von schlechter werdender Zahlungsmoral bei Kunden.
Die gute Nachricht: Die meisten Ursachen für Liquiditätsprobleme sind hausgemacht – und damit auch lösbar. Wer die richtigen Stellschrauben kennt, kann seinen Betrieb auf stabile finanzielle Füße stellen.

