Warum scheitern so viele Betriebsübergaben im Handwerk?
Täglich schließen in Deutschland rund 20 Handwerksbetriebe – nicht weil es keine Aufträge gäbe, sondern weil kein Nachfolger gefunden wurde. Laut ZDH stehen über 130.000 Betriebe kurz- bis mittelfristig vor der Übergabe, und rund ein Drittel davon findet niemanden, der übernehmen will. Die Konsequenz: jahrzehntelang aufgebautes Wissen, Kundenstamm und Mitarbeiter verschwinden vom Markt.
Doch warum schrecken potenzielle Nachfolger zurück? Interviews mit jungen Handwerksmeistern und Unternehmensberatern zeichnen ein klares Bild: Ein Betrieb, der noch immer auf Stundenzettel, Papierordner und Excel-Tabellen setzt, wirkt auf die Generation Z wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Die Frage ist nicht nur „Kann ich mir das leisten?“, sondern auch: „Will ich so arbeiten?“
Stellen Sie sich vor: Ein 35-jähriger Elektromeister schaut sich drei Betriebe an. Betrieb A hat Papierrapporte, einen vollen Aktenschrank und keine klare Übersicht über Stunden und Projekte. Betrieb B hat eine App, in der alle Mitarbeiter ihre Zeiten erfassen, Bautagebücher digital angelegt sind und Dokumentationen auf Knopfdruck abrufbar sind. Welchen Betrieb übernimmt er lieber – und welchen zahlt er bereitwilliger?

